Ein Jahr lang hat sich der amerikanische Journalist Ted Conover undercover als regulärer Justizvollzugsbeamter in das berüchtigte Hochsicherheitsgefängnis Sing Sing bei New York eingeschleust, um den Alltag der Gefängniswärter aus erster Hand zu erleben. Dafür gibt es Lob aus berufenem Munde: kein Geringerer als Günter Wallraff, bekannt für seine investigativen Reportagen (etwa in der Rolle des Gastarbeiters Ali oder des Bild-Journalisten Hans Esser), hat das Vorwort zur deutschen Ausgabe von Conovers beeindruckendem Insiderbericht geschrieben.
Conover gelingt es, ein geradezu körperlich spürbares Bild des amerikanischen Strafvollzugs zu zeichnen. Ganz bewusst geschieht dies aus der Perspektive des Wärters und nicht aus der des Gefangenen, obschon der Autor immer wieder versucht, auch diese Perspektive ein wenig zu beleuchten.
Der militärische Drill, die ständige Anspannung der Wärter aufrund der allgegenwärtigen, lauernden Gewalt und die ethnischen Konflikte im Gefängnis prägen Conovers Beobachtungen in Sing Sing. Das Gefängnis ist ein eigenes -- im wahrsten Sinne des Wortes: abgeschlossenes -- System, dessen zwischen strenger Disziplin und absolutem Chaos schwankende Funktionsweise der Autor seinen Lesern auf hervorragende Weise nahezubringen versteht.
Das Fehlen jeglicher Rehabilitationsmaßnahmen lässt Sing Sing als eine absurde Menschen-Aufbewahrungsanstalt erscheinen. Doch es ist nicht die Absurdität des Systems, die im Mittelpunkt von Conovers Interesse steht: Ihm geht es primär um die Art und Weise, wie die Menschen, die tagtäglich in einem solchen System leben, von diesem beeinflusst werden.
Neben Beschreibung und Analyse des Alltags in Sing Sing liefert Vorhof der Hölle auch einige interessante Exkurse in die amerikanische Justiz-Geschichte -- das heißt der Institution Gefängnis im Allgemein und der von Sing Sing im Besonderen. Alles in allem ein sehr gut recherchiertes, spannend zu lesendes Buch. --Selina DeNiro . KLICKEN SIE HIER, UM DIESES BUCH ZUM KOSTENLOSEN DOWNLOAD